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Holzschutzmittel, vorbeugend, lösemittelhaltig, entaromatisiert
Produkt-Code: HSM-LV 20
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| Charakterisierung |
| Vorbeugende Holzschutzmittel sind wasserunlösliche Flüssigkeiten mit benzinartigem Geruch. Die Produkte enthalten als Wirkstoffe z.B. Pyrethroide, Azole, Carbamate, Fluanide bis ca. 2,3%. Als Lösemittel sind u.a. entaromatisierte Kohlenwasserstoffe (Siedebereich von 170 - 220 Grad C) mit einem Aromatengehalt von <1% enthalten. Weiterhin können Glykolether (z.B. Dipropylenglykolmethylether) bis ca. 10% und Glykole (z.B. Butyldiglykol) bis ca. 25% enthalten sein. Bei einigen Produkten können weitere Inhaltsstoffe wie z.B. Zinkoktoat bis ca. 4%, Cobalt(II)-Salze und Butanonoxim enthalten sein. Das enthaltene aromatenfreie/entaromatisierte Kohlenwasserstoffgemisch enthält <1% Aromaten, <5% n-Hexan und <25% Cyclo-/Isohexane. Die Präparate werden eingesetzt zum vorbeugendem Schutz gegen Insekten- und/oder Pilzbefall und/oder Bläue statisch nicht beanspruchter Hölzer (RAL-Gütezeichen). Einige Produkte werden vorbeugend eingesetzt gegen Insekten- und/oder Pilzbefall bei Bauteilen aus Holz und Holzwerkstoffen, die tragende oder aussteifende Funktion in baulichen Anlagen haben (allgemeine bauaufsichtliche Zulassung). Die Verarbeitung erfolgt mittels Streichen, Tauchen, Fluten und Spritzen in geschlossenen Anlagen. Die möglichen Einbringverfahren und Anwendungsbereiche des Produktes sind den Angaben des Herstellers zu entnehmen. Gesundheitsgefahren gehen (nach heutiger Kenntnis) überwiegend von den Kohlenwasserstoffen aus. Die Gesundheitsgefährdung, die von den Wirkstoffen ausgeht, kann noch nicht abschließend beurteilt werden. |
| Ersatzstoffe - Ersatzprodukte - Ersatzverfahren |
| Falls der Einsatz lösemittelhaltiger Produkte notwendig ist, ist die Verwendung dieser aromatenfreien Produkte zu empfehlen. Sofern die Maßhaltigkeit der Hölzer nicht von Bedeutung ist, kann auf wasserlösliche (z.B. borhaltige) Produkte zurückgegriffen werden, bei denen die Gesundheitsgefahren geringer sind. DIBt- bzw. RAL-geprüfte Produkte verwenden, da diese gesundheitlich und technisch bewertet worden sind! |
| Grenzwerte und Einstufungen |
| Kohlenwasserstoffe aromatenfrei AGW: 600 mg/m³ - Der Grenzwert eines Kohlenwasserstoffgemisches hängt von seiner Zusammensetzung ab. Der hier aufgeführte Wert wurde basierend auf dem RCP-Konzept der TRGS 900 als ‚worst-case-Grenzwert’ berechnet. Butyldiglykol AGW: 100 mg/m³ Bemerkung Y (TRGS 900): Ein Risiko der Fruchtschädigung braucht bei Einhaltung des AGW und des BGW nicht befürchtet zu werden. Dipropylenglykolmethylether AGW: 310 mg/m³ bzw. 50 ml/m³ (ppm) |
| Gefahrstoffmessungen / Ermittlung |
| Bei der Verarbeitung im Handanstrich kann keine eindeutige Entscheidung hinsichtlich der Einhaltung der Grenzwerte getroffen werden. |
| Gesundheitsgefährdung |
| Einatmen kann zu Gesundheitsschäden führen. Kann die Atemwege, Augen und Haut reizen: z.B. Brennen, Augentränen, Jucken. Vorübergehende Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel können auftreten. Kann Gesundheitsstörungen wie Erbrechen, Nervenschaden verursachen. Einige Inhaltsstoffe (2-Butanonoxim, Cobalt(II)-Sikkative, Dichlofluanid, Permethrin, Propiconazol) können bei empfindlichen Personen zu Reizungen und allergischen Reaktionen führen. |
| Brand- und Explosionsgefahren |
| Das Produkt ist brennbar. Dämpfe sind schwerer als Luft und bilden mit Luft explosionsfähige Gemische. Kriechende Dämpfe können in größerer Entfernung zur Entzündung führen! Bei durchtränktem Material (z.B. Kleidung, Putzlappen) besteht erhöhte Entzündungsgefahr. Vorsicht mit leeren Gebinden - bei Entzündung Explosionsgefahr. |
| Hygienemaßnahmen |
| Im Arbeitsbereich keine Lebensmittel aufbewahren sowie weder essen, trinken, schnupfen noch rauchen! Berührung mit Augen, Haut und Kleidung vermeiden! Vorbeugender Hautschutz erforderlich. Produktreste von der Haut entfernen! Nach Arbeitsende und vor jeder Pause Hände und Gesicht gründlich reinigen! Hautpflegemittel nach der Arbeit verwenden (rückfettende Creme). Verunreinigte Kleidung wechseln und reinigen! Nach Arbeitsende Kleidung wechseln! Straßen- und Arbeitsbekleidung getrennt aufbewahren! |
| Technische und Organisatorische Schutzmaßnahmen |
| Arbeiten bei Frischluftzufuhr, vor allem im Bodenbereich, da Dämpfe schwerer als Luft. Auftretende Dämpfe direkt an der Entstehungs- oder Austrittstelle absaugen. Von Zündquellen (auch elektrische Geräte ohne Ex-Schutz) fernhalten, nicht rauchen, offene Flammen vermeiden, kriechende Dämpfe können in größerer Entfernung zur Entzündung führen! Schlag und Reibung vermeiden. Vorratsmenge am Arbeitsplatz auf einen Schichtbedarf beschränken. Gefäße nicht offen stehen lassen. Beim Ab- und Umfüllen Verspritzen vermeiden. Waschgelegenheit im Arbeitsbereich vorsehen. Augendusche oder Augenspülflasche bereitstellen. |
| Persönliche Schutzmaßnahmen |
| Augenschutz: Gestellbrille. Handschutz: Handschuhe aus: Nitril, Fluorkautschuk. Beim Tragen von Schutzhandschuhen sind Baumwollunterziehhandschuhe empfehlenswert! Hautschutz: Für alle unbedeckten Körperteile fettfreie oder fettarme (Öl-in-Wasser-Emulsion) Hautschutzsalbe verwenden! Atemschutz: Bei Handanstrich: Atemschutz bei Grenzwertüberschreitung: Gasfilter A1 (braun-weiß) bis 1000 ml/m³ (ppm) Gasfilter A2 (braun-weiß) bis 5000 ml/m³ (ppm) Körperschutz: Antistatische Schutzkleidung, z.B. Kleidung aus Baumwolle und Schuhe mit antistatischen Sohlen. |
| Erste Hilfe |
| Bei jeder Erste-Hilfe-Maßnahme: Selbstschutz beachten (z.B. Handschutz, Atemschutz); immer auch Arzt verständigen! Nach Augenkontakt: 10 Minuten unter fließendem Wasser bei gespreizten Lidern spülen oder Augenspüllösung nehmen. Immer Augenarzt aufsuchen! Nach Hautkontakt: Verunreinigte Kleidung sofort ausziehen. Mit viel Wasser und Seife reinigen. Kein Verdünner o.ä. verwenden. Nach Einatmen: Person an die frische Luft bringen. Bei Bewusstlosigkeit Atemwege freihalten (Zahnprothesen, Erbrochenes entfernen, stabile Seitenlagerung), Atmung und Puls überwachen. Bei Atem- oder Herzstillstand: künstliche Beatmung und Herzdruckmassage. Nach Verschlucken: Bei Verschlucken besteht Gefahr ernster Lungenschädigung: Stationäre Behandlung notwendig! Kein Erbrechen herbeiführen. Hinweise für den Arzt: Bei Aspiration Gefahr von Lungenödem oder Pneumonitis. |
| Handhabung |
| Kunststoffe und Gummi werden angegriffen. Kann mit Oxydationsmitteln reagieren. Spritzen (Sprühen) nur in stationären Anlagen. Die vom Hersteller empfohlene Dosierung und sonstige Anwendungshinweise müssen sorgfältig beachtet werden. |
| Beschäftigungsbeschränkungen |
| Jugendliche ab 15 J dürfen hiermit nur beschäftigt werden, wenn es zum Erreichen des Ausbildungszieles erforderlich, der Luftgrenzwert unterschritten, die Aufsicht eines Fachkundigen und ärztl./sicherheitstechn. Betreuung gewährleistet ist. Werdende oder stillende Mütter dürfen hiermit nur beschäftigt werden, wenn der Luftgrenzwert unterschritten ist. |
| Vorsorgeuntersuchungen |
| Beim Tragen von Atemschutz ist eine spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung nach - G(26): Atemschutzgeräte zu veranlassen. Personen, die Umgang mit diesem Stoff/Produkt haben, sind spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach Grundsatz - G(24): Hauterkrankungen (mit Ausnahme von Hautkrebs) anzubieten. |
| Entsorgung |
| Nicht in Ausguss oder Mülltonne schütten. Abfälle nicht vermischen! Zur ordnungsgemäßen Beseitigung bzw. Rückgewinnung in beständigen, verschließbaren und gekennzeichneten Gefäßen getrennt sammeln. Verpackungen nur wiederverwenden, wenn dies ausdrücklich auf dem Gebinde angegeben ist. Restmengen sind unter Beachtung der örtlichen Vorschriften einer geordneten Abfallbeseitigung zuzuführen! Folgende EAK/AVV-Abfallschlüssel können in Frage kommen: Produktreste: 030201* halogenfreie organische Holzschutzmittel 030202* chlororganische Holzschutzmittel 080111* Farb- und Lackabfälle, die organische Lösemittel oder andere gefährliche Stoffe enthalten |
| Lagerung |
| Behälter dicht geschlossen an einem kühlen, gut gelüfteten Ort lagern. Nicht im Pausen- oder Aufenthaltsraum lagern. Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen. VbF-Klasse: A III Flüssigkeiten mit Flammpunkt 55-100°C, nicht wasserlöslich. |
| Schadensfall |
| Nach Verschütten mit saugfähigem, unbrennbarem Material (z.B. Kieselgur, Blähglimmer, Sand) aufnehmen und wie unter Entsorgung beschrieben behandeln. Brandbekämpfung nur mit umgebungsluftunabhängigem Atemschutzgerät und Schutzkleidung. Bei Brand entstehen gefährliche Gase/Dämpfe. Bei Brand in der Umgebung Behälter mit Sprühwasser kühlen. Produkt ist brennbar, geeignete Löschmittel: Kohlendioxid, Löschpulver oder Wasser im Sprühstrahl. Berst- und Explosionsgefahr durch Druckanstieg bei Erhitzung. Das Eindringen in Boden, Gewässer und Kanalisation muss vermieden werden (wassergefährdend - WGK 2). |
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| Produkt-Code ist die Zuordnung von Produkten zu einer Produktgruppe; siehe Gebinde, Sicherheitsdatenblätter, Technische Merkblätter und Preislisten der verwendeten Produkte. Die Informationen beziehen sich ausschließlich auf Arbeits- und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit den Produkten. Aussagen über die technisch chemische Anwendung, die Einsatzzwecke und die Eigenschaften werden nicht getroffen. Produkte, die dieser Produktgruppe zugeordnet sind, können im Einzelfall eine abweichende Kennzeichnung (Symbole, R/S-Sätze) oder abweichende sonstige Einstufungen (WGK, GGVSEB usw.) aufweisen. Diese Produkt-/gruppen-Information unterstützt Sie bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung nach §7 der neuen Gefahrstoffverordnung und kann ggf. für Dokumentationszwecke verwendet werden. Betriebsspezifische oder tätigkeitsbezogene Abweichungen oder Ergänzungen sind dann im Kapitel 'Gefährdungsbeurteilung' anzugeben. |
| Copyright |
| by GISBAU Erstellt nach Sicherheitsdatenblättern verschiedener Hersteller und sonstigen Unterlagen |
| Erläuterung: |
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| Allgemein | |
| Gefährdung durch Einatmen | |
| Gefährdung durch Hautkontakt | |
| Brand-/Explosionsgefährdung |
| Allgemein | |
| Handschutz | JA |
| Hautschutz | JA |
| Atemschutz | JA |
| Augenschutz | JA |
| Körperschutz | JA |
| Betriebsanweisung | JA |
| Ersatzstoff notwendig | JA |
| Grenzwertüberschreitung | JA |
| Vorsorgeuntersuchungen | JA |
| Beschäftigungsbeschränkungen | JA |